{"id":124,"date":"2011-08-21T02:37:04","date_gmt":"2011-08-21T00:37:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.chor-micado.de\/madrid\/?p=124"},"modified":"2011-08-25T18:57:38","modified_gmt":"2011-08-25T16:57:38","slug":"samstag-grenzerfahrungen%e2%80%a6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.chor-micado.de\/madrid\/2011\/08\/21\/samstag-grenzerfahrungen%e2%80%a6\/","title":{"rendered":"Samstag 20.08.: Grenzerfahrungen\u2026"},"content":{"rendered":"<p>An diesem Tag war alles anders: das Fr\u00fchst\u00fcck fiel wegen dem Weg zum Flughafen-Feld \u201ecuatro vientos\u201c (Vier Winde) deutlich \u00fcppiger aus. Die verpflegenden Spanier wussten, es w\u00fcrde ein anstrengender Tag f\u00fcr uns werden. Wir packten die Koffer, es wurde schon alles f\u00fcr die Abfahrt am Abend des n\u00e4chsten Tages zusammengestellt. Wir r\u00e4umten auf und manche Sachen wurden wiedergefunden. In der aufger\u00e4umten Turnhalle feierten wir dann in der stickigen Hallenhitze eine trotzdem sch\u00f6ne Eucharistiefeier, wir wurden als Chor dazu von jungen Damen aus Bonn-Holzlar unterst\u00fctzt. Ab 11.30 Uhr war dann allgemeiner Aufbruch, zus\u00e4tzlich waren wir von der K\u00f6lner Leitung noch mit 1,5 l Wasser und einen Sonnenschirm f\u00fcr 3 Personen versorgt worden. Wie sich herausstellen sollte, war der auch bitter n\u00f6tig.<br \/>\nUnsere Gruppe kehrte noch einmal zum Essen in die gro\u00dfe Gastronomiekette mit dem \u201eM\u201c ein\u00b8<br \/>\nEs wurde ein sehr hei\u00dfer Tag, aber wir waren im Vorteil: Wir kamen von S\u00fcden, das Feld f\u00fcr die Abschlussmesse lag ebenfalls im S\u00fcden, insofern fuhren wir gegen den Strom der Masse aus Norden. Die U-Bahnen waren fast leer und wir waren endlich gesanglich lauter, als die Italiener in unserer U-Bahn, die ziemlich m\u00fcde am Boden lagen&#8230;.<\/p>\n<p>An der U-Bahnstation, von der wir zu Fu\u00df zum Feld gelangen sollten, wurde es ziemlich voll, doch die Sicherheitskr\u00e4fte hatten alles im Griff, sie lie\u00dfen nur soviel Menschen nach drau\u00dfen, wie die Treppe fassen konnte.<\/p>\n<p>Drau\u00dfen angekommen sammelten wir uns und es kam zum Kommando &#8222;Rucksack!&#8220;, das bedeutete in einer Reihe hintereinander hielten wir uns am Rucksack des Vordermanns bzw. -Frau fest. Der Weg zum Feld &#8222;Cuatro Vientos&#8220; war nicht lang, 2 km, aber voll und hei\u00df, als erfahrene Spanienpilger nutzten wir oft die Schattenseite der Stra\u00dfen, machten 2x Wasserpause und genossen die Dusche liebevoller Spanier aus Mehrfamilienh\u00e4usern, die Eimer mit Wasser von oben auf die Stra\u00dfe auf die Pilger regnen lie\u00dfen. Wir waren dankbar f\u00fcr diese Abk\u00fchlung!<\/p>\n<p>Wir kamen gut und vollz\u00e4hlig am Feld an. Die Sicherheitskr\u00e4fte lie\u00dfen uns nur einzeln und nach Augenschein &#8211; Kontrolle aufs Feld. Es gab zwar Personenscanner wie am Flughafen, doch die waren wohl abgeschaltet. Nach kurzer Orientierung liefen wir bestimmt noch \u00fcber einen Kilometer zu unserem Feld E5, dort war es sehr voll, doch nach einer Diskussion lie\u00dfen uns nette Italiener und Spanier Platz nehmen, was bedeutete, dass wir fast alle auf einen Platz zusammen kamen (nur Rebecca und Patrick lagen 10 m entfernt), aber eben auch Isomatte an Isomatte,teilweise ohne jeglichen Abstand, also wirklich Sardinendosenfeeling&#8230;<\/p>\n<p>Sofort spannten wir die Sonnenschirme auf (ein Segen!) 3 andere gingen 2 km zur Essensausgabe zur\u00fcck, und kamen mit 14 Beuteln und Proviant f\u00fcr 2 Tage zur\u00fcck. Als wir alle wieder wenigstens mit dem Kopf unter den Schirmen lagen, kam bald die Meldung von Ingalisa: 41,5 Grad zeigte unser Thermometer im Schatten!!! Wir ruhten\u00a0 uns aus, es ging allen gut. Das das nicht selbstverst\u00e4ndlich war, best\u00e4tigten unsere K\u00f6lner Malteser, die 20m mit einer gro\u00dfen anderen K\u00f6lner Gruppe Platz gefunden hatten. Sie waren im Dauereinsatz, Schw\u00e4cheanf\u00e4lle und Kreislaufprobleme machten einigen K\u00f6lnern und anderen Pilgern zu schaffen, provisorisch wurden diese unter Planen in den Schatten gelegt. Die spanischen medizinischen Hilfsdienste waren nur durch die Sirenen der Ambulancen zu h\u00f6ren und zu sehen.<\/p>\n<p>Die Spanier waren aber insgesamt vorbereitet und versuchten die Pilger auf viele Weise zu unterst\u00fctzen, die Freiwilligen mit ihren grellgr\u00fcnen T-Shirts waren immer auskunftsbereit und die Feuerwehr bespritzte mit Wasserkanonen die Pilger auf den Wegen.<\/p>\n<p>Die Musik aus den Boxent\u00fcrmen und die Live-Bands sorgte bei uns f\u00fcr gute Stimmung. Einige tanzten dazu, alles wartete jetzt darauf, dass die Hitze weniger wurde und der Papst kommen w\u00fcrde. Das geschah dann\u00a0 gegen 20.00 Uhr. Mit gro\u00dfem Hallo wurde er wie ein Superstar begr\u00fc\u00dft. Ob ihm das recht war? &#8211; Benedikt XVI lie\u00df es geschehen. Unsere Italiener waren stimmgewaltig wieder da: Be-ene-detto!!!, so lie\u00dfen sie ihn hochleben. Es gab durchaus Parallelen zu einer Michael-Jackson-\u00e4hnlichen Verehrung.<\/p>\n<p>Doch in der anschlie\u00dfenden Vigil wurde endlich wieder klar, um wen es wirklich im katholischen und christlichen Glauben ging: um Jesus Christus.<\/p>\n<p>Mittlerweile war es dunkel geworden und die gigantische B\u00fchne, im Christo-Verpackungsstil mit dem Lebensbaum mit 160m Kronenumfang (beleuchtet), erstrahlte in vielen Farben. Unterst\u00fctzt wurde die Light-Show allerdings ebenfalls genauso eindrucksvoll durch die Natur: es war ein kapitales Gewitter aufgezogen. Blitze durchzuckten die Nacht, starker Wind kam auf, ebenso Regen, schnell alle Sachen unter die Schirme, diese festhalten und auch noch darunter war ein Ding. Wir blieben halbwegs trocken&#8230;Details bitte die Teilnehmer fragen&#8230;.<\/p>\n<p>Auch auf der B\u00fchne k\u00e4mpften sie ebenfalls gegen die Nata, der Papst wurde durch mehrere Regenschirme gesch\u00fctzt, die Vigil war unterbrochen, wurde aber nach 45 min, als sich die Naturgewalten beruhigten, ver\u00e4ndert und verk\u00fcrzt wieder aufgenommen. Papst Benedikt dankte allen, die ausgeharrt\u00a0 hatten und begr\u00fc\u00dfte in mehreren Sprachen, auch uns Deutsche. 5 Jugendliche richteten Fragen an den Papst, eine junge Deutsche aus Berlin erz\u00e4hlte davon, dass sie \u00fcberlege, sich taufen zu lassen, und wie sie ihren Glauben an Jesus Christus in dieser Umwelt leben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend ging es zum Zentrum der Vigil: die eucharistische Anbetung. Eine verwandelte Hostie wurde in eine \u00fcbergro\u00dfe (\u00fcber mehrere Meter hoch, sie wurde aus dem B\u00fchnenboden hochgefahren) Monstranz gestellt, anschlie\u00dfend knieten Papst und viele Menschen davor nieder. Es kam zu einem H\u00f6hepunkt des Weltjugendtages: \u00fcber eine Million Menschen schwiegen minutenlang und verbanden sich mit ihren Gedanken und Gebeten mit Jesus Christus. Von ferne h\u00f6rte man die Martinsh\u00f6rner der Ambulanzen, aber es klang irgendwie ged\u00e4mpft. Dann wurde ohne Kommentar noch das &#8222;Ave Verum&#8220; von Mozart eingespielt, oder war es ein Live-Chor? Es war jedenfalls sehr beeindruckend und ber\u00fchrend. Viele von uns dachten auch an Wermelskirchen, wo ebenfalls zeitgleich die Vigil in St. Michael gefeiert wurde.<\/p>\n<p>Gegen Mitternacht h\u00f6rte der Regen auf. Und nachdem wir Ingalisa ordentlich zum 16. Geburtstag gratuliert haben, Italiener und Spanier haben international ebenfalls Gl\u00fcckw\u00fcnsche gesungen, gingen wir langsam ins Bett bzw. auf die Isomatten&#8230;manche von uns bekamen dadurch mehr Schlaf ab als in anderen N\u00e4chten&#8230;wir lie\u00dfen uns auch nicht durch die Menschen st\u00f6ren, die \u00fcber unsere Matten im Dunkeln zum Ausgang des Feldes sich ihren Weg suchten&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An diesem Tag war alles anders: das Fr\u00fchst\u00fcck fiel wegen dem Weg zum Flughafen-Feld \u201ecuatro vientos\u201c (Vier Winde) deutlich \u00fcppiger aus. Die verpflegenden Spanier wussten, es w\u00fcrde ein anstrengender Tag f\u00fcr uns werden. 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